Ehrenamt Berlin: 12 Wege, sich sozial zu engagieren

Alle Engagementfelder der Stadt, sortiert nach dem, was du wirklich hast: Zeit. Einmalig, jede Woche oder als Mitglied, mit 29 geprüften Einstiegspunkten und dem Weg vom ersten Anruf bis zur Ehrenamtskarte.

36,9 Prozent der Berlinerinnen und Berliner ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig, sagt der Deutsche Freiwilligensurvey 2019. Wer dazukommen will, scheitert selten am Willen, sondern an der Frage, wo man anfängt: Die Portale sortieren nach Bezirk oder Organisation, nie nach dem Zeitbudget. Diese Seite tut genau das. 12 Felder, drei Zeitstufen, jeder Einstiegspunkt am 13. September 2026 auf Erreichbarkeit geprüft.

Einmalig

Vier Felder, in denen ein Nachmittag reicht: Blutspende, Stadtputz, Wahlhelfer, Kleiderkammer. Kein Vertrag, kein Führungszeugnis, keine Verpflichtung.

Regelmäßig

Sechs Felder mit fester Wochenstunde: Tafel, Kältehilfe, Lesepaten, Geflüchtete, Senioren und Hospiz, Tier- und Naturschutz. Hier zählt Verlässlichkeit mehr als Können.

Mitgliedschaft

Zwei Felder, in denen du Teil einer Organisation wirst: der Sportverein und die Blaulicht-Familie aus Freiwilliger Feuerwehr, THW, DLRG und DRK.

Einmalig: ein Nachmittag, eine Aktion

Kein Vertrag, keine Verpflichtung. Du kommst einmal, hilfst, und entscheidest danach, ob es mehr wird.

Blutspende

Zeit: etwa eine Stunde, alle 8 bis 12 Wochen möglich.

Der schnellste Einstieg überhaupt: Termin buchen, Ausweis mitbringen, Vollblutspende in rund zehn Minuten, danach ein Imbiss.

Stadtputz und Umwelt-Aktionstage

Zeit: 2 bis 4 Stunden an einem Samstag.

Parks, Ufer und Spielplätze werden bei angemeldeten Aktionen gemeinsam gereinigt oder bepflanzt; Handschuhe und Säcke stellt der Veranstalter.

Wahlhelfer

Zeit: ein Wahlsonntag plus Schulung.

Berlin braucht bei jeder Wahl mehrere zehntausend Wahlhelfende. Es gibt ein Erfrischungsgeld, eine kurze Schulung und ein volles Wahllokal-Team.

Sachspenden und Kleiderkammer

Zeit: einmalig abgeben oder einen Tag sortieren.

Kleidung, Schlafsäcke und Hygieneartikel werden in Kleiderkammern ausgegeben. Dort fehlen Hände zum Sortieren, oft nur für einen Tag.

Regelmäßig: eine feste Stunde pro Woche

Die meisten Organisationen brauchen Verlässlichkeit: dieselbe Person, derselbe Wochentag, über Monate.

Tafel und Lebensmittelrettung

Zeit: eine feste Schicht von 3 bis 4 Stunden pro Woche.

Die Berliner Tafel holt Lebensmittel bei Händlern ab und verteilt sie über Ausgabestellen in der ganzen Stadt. Gefahren, sortiert und ausgegeben wird ehrenamtlich.

  • Berliner Tafel – Fahrdienst, Sortierung, Ausgabestellen (Laib und Seele)

Obdachlosenhilfe und Kältehilfe

Zeit: Nacht- oder Abendschichten, Oktober bis April.

Von November bis März öffnen Notübernachtungen und Nachtcafés. Gebraucht werden Menschen für Essensausgabe, Nachtwache und den Kältebus.

Lesepaten und Bildung

Zeit: 1 bis 2 Stunden pro Woche im Schuljahr.

Rund 2.000 Lesepatinnen und Lesepaten lesen mit über 12.000 Kindern an Berliner Schulen und Kitas. Vermittelt wird über Bezirks-Freiwilligenagenturen und Bildungsnetzwerke.

Geflüchtete und Sprache

Zeit: wöchentlicher Sprachtreff oder Begleitung zu Terminen.

Sprachcafés, Nachhilfe, Behördenbegleitung und Wohnungssuche: Hier zählt weniger die Ausbildung als Zeit und Deutschkenntnisse.

Senioren, Besuchsdienst und Hospiz

Zeit: ein Besuch pro Woche; Hospiz nach Vorbereitungskurs.

Einsame ältere Menschen besuchen, vorlesen, spazieren gehen. Die Hospizbegleitung setzt einen Kurs von rund 100 Stunden voraus und wird eng begleitet.

Tierschutz und Naturschutz

Zeit: feste Gassi-, Pflege- oder Zähltermine.

Das Tierheim Berlin ist eines der größten Europas und arbeitet mit festen Gassi- und Pflegepaten; NABU-Gruppen zählen Vögel, pflegen Biotope und betreuen Nistkästen.

Mitgliedschaft: du gehörst dazu

Ein Beitrag im Jahr, eine Ausbildung oder eine Aufnahme, dafür ein Verein, der bleibt.

Sportverein

Zeit: Training 1 bis 3 Mal pro Woche, Beitrag meist unter 20 Euro im Monat.

Rund 2.300 Vereine mit 822.294 Mitgliedschaften (Landessportbund, Stand 1. Januar 2026). Wer nicht nur trainieren, sondern helfen will, wird Übungsleiter, Kassenwart oder Schiedsrichter.

Freiwillige Feuerwehr, THW, DLRG und DRK

Zeit: Ausbildung, dann Dienstabende und Einsätze.

Die Blaulicht-Organisationen bilden selbst aus, stellen Ausrüstung und brauchen Menschen, die mehrere Jahre bleiben. Der Einstieg ist ab 16 (Jugend ab 10 bis 12) möglich.

Ehrenamt in Berlin: der Einstieg in fünf Schritten

  1. Zeitbudget festlegen. Einmalig, wöchentlich oder Mitgliedschaft. Wer hier ehrlich ist, springt später nicht ab, und genau das ist es, was Organisationen von Freiwilligen brauchen.
  2. Feld wählen und anschreiben. Eine Organisation aus der Liste, eine kurze Mail oder ein Anruf. Die Bezirks-Freiwilligenagenturen (Landesfreiwilligenagentur, Sternenfischer, Aller Ehren wert) vermitteln auch, wenn du noch nicht weißt, wohin.
  3. Erstgespräch und Schnuppertermin. Fast überall üblich. Du siehst die Menschen, die Räume und die Aufgabe, bevor du zusagst.
  4. Führungszeugnis, wo nötig. Bei Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Menschen ist ein erweitertes Führungszeugnis Pflicht. Für Ehrenamtliche ist es beim Bundesamt für Justiz gebührenfrei; die Organisation gibt dir die Bescheinigung dafür mit.
  5. Versichert und anerkannt. Die Sammelversicherung des Landes Berlin deckt Unfall und Haftpflicht ab, wo der Träger keinen eigenen Schutz hat. Ab 200 Stunden im Jahr, nach mindestens einem Jahr, gibt es die Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg mit Vergünstigungen in der ganzen Region.

Wie du aus 12 Feldern das richtige auswählst

Die Faustregel: Je näher am Menschen, desto mehr Verlässlichkeit wird erwartet. Ein Kind, das jede Woche auf seinen Lesepaten wartet, oder eine ältere Dame, die ihren Dienstagsbesuch einplant, verkraften Absagen schlechter als eine Tafel-Schicht, die auch ein anderer fahren kann. Wer sein Zeitbudget noch nicht kennt, beginnt deshalb bei Sachen, Tieren oder Natur und wechselt später zu Menschen.

Die zweite Frage ist die nach der Nähe. Berlin ist groß, und ein Ehrenamt am anderen Ende der Stadt hält selten länger als drei Monate. Kältehilfe, Tafel, Stadtteilzentren, Feuerwehr und Sportvereine gibt es in jedem Bezirk; die Links oben führen jeweils auf die Übersicht, aus der du den Standort in deiner Nähe wählst.

Häufige Fragen zum Ehrenamt in Berlin

Wie finde ich ein Ehrenamt in Berlin, das zu mir passt?

Entscheide zuerst, wie viel Zeit du wirklich hast: einmal, jede Woche oder dauerhaft als Mitglied. Danach wähle das Feld, das dich interessiert, und schreib eine der Organisationen aus der Liste an. Fast alle bieten ein unverbindliches Erstgespräch oder einen Schnuppertermin, bevor du dich festlegst.

Brauche ich ein Führungszeugnis für ein Ehrenamt?

Nur wenn du mit Kindern, Jugendlichen oder schutzbedürftigen Menschen arbeitest, zum Beispiel als Lesepate, im Sportverein oder in der Hospizbegleitung. Das erweiterte Führungszeugnis ist für Ehrenamtliche gebührenfrei; die Organisation stellt dir dafür eine Bescheinigung aus, die du beim Bürgeramt oder online beim Bundesamt für Justiz vorlegst.

Was ist die Ehrenamtskarte Berlin?

Die Ehrenamtskarte bekommt, wer sich seit mindestens einem Jahr durchschnittlich 200 Stunden im Jahr freiwillig engagiert. Sie gilt in Berlin und Brandenburg und bringt Vergünstigungen bei Museen, Bädern, Theatern und Partnern. Beantragt wird sie über die Organisation, bei der du dich engagierst.

Bin ich im Ehrenamt versichert?

Ja. Das Land Berlin hat eine Sammelversicherung für Ehrenamtliche abgeschlossen, die Unfall- und Haftpflichtschäden abdeckt, wenn die Organisation keinen eigenen Schutz hat. Vereine und Wohlfahrtsverbände haben in der Regel zusätzlich eigene Versicherungen; frag beim Erstgespräch danach.

Kann ich mich auch einmalig engagieren, ohne mich zu binden?

Ja, dafür ist der Abschnitt Einmalig gedacht: Blutspende, Stadtputz, ein Wahlsonntag oder ein Tag in der Kleiderkammer. Viele Menschen fangen so an und bleiben dann bei einer Organisation, weil sie die Leute kennengelernt haben.

Wie viele Menschen engagieren sich in Berlin freiwillig?

Laut dem Deutschen Freiwilligensurvey 2019 engagieren sich 36,9 Prozent der Berlinerinnen und Berliner ab 14 Jahren freiwillig. Allein die rund 2.300 Sportvereine zählen zum 1. Januar 2026 laut Landessportbund 822.294 Mitgliedschaften.

Diese Seite ist eine Übersicht, keine Vermittlungsplattform und kein Träger. Angaben zu Zeitaufwand, Voraussetzungen, Versicherung und Ehrenamtskarte sind Stand 13. September 2026 und können sich ändern; verbindlich ist die Auskunft der jeweiligen Organisation und der Berliner Senatsverwaltung. Alle Links führen auf offizielle Websites und enthalten keine Partner- oder Tracking-Parameter. Diese Seite sammelt keine Spenden.